Edith Stein und Auschwitz

Edith Stein und Auschwitz 

Als Papst Johannes Paul II. Edith Stein 1999 zur Mitpatronin Europas erklärte, schrieb er: „Ihr Schrei verschmilzt mit dem aller Opfer jener schrecklichen Tragödie [der Juden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau]. Vorher hat er sich jedoch mit dem Schrei Christi vereint …“. Europa ist Europa „nach Auschwitz“. Wenn wir nach Orientierung für die Rolle des Christentums in Europa suchen, dürfen wir Auschwitz nicht vergessen. Das Vernichtungslager Auschwitz war unaussprechlich entsetzlich, und so etwas soll nie wieder passieren. Auschwitz war möglich, also ist es möglich und bleibt es möglich. Das beschreibt unsere Verantwortung. Wohl auch deshalb ist Edith Stein, die heilige Schwester Teresa Benedicta vom Kreuz, Mitpatronin Europas geworden. Ihr Leben lang wollte Edith Stein verstehen, was der Mensch ist. Man kann den Menschen nicht verstehen ohne seine Beziehung zu anderen Menschen noch ohne seine Beziehung zu Gott. In der Zeit des zunehmenden nationalsozialistischen Nationalismus und Rassismus, in der sie lebte, wurden das Themen von Leben und Tod. Schließlich ist sie selbst Opfer dieser verrückten Ideologie geworden. Ihr Tod in Auschwitz wegen ihrer jüdischen Abstammung war kein Zufall. Edith Stein hatte sehr früh gespürt, in welche Richtung sich Deutschland entwickelte, und das hat ihr Denken und ihre Spiritualität im Innersten geprägt. Ihr Leben war eine Antwort auf die unheilvollen Entwicklungen. Das ist erkennbar in ihren philosophischen Arbeiten, ihren Vorlesungen, ihren stundenlangen stillen Gebeten, ihrem Brief an den Papst und vielen anderen Äußerungen. In der zerbrechenden und vernichtenden Welt hatte sie einen unerschütterlichen Halt gefunden durch ihre Verwurzelung in der Liebe, die vom Gekreuzigten ausgeht. Wenn wir heute nach Fundamenten für Europa und nach einer christlichen Orientierung für unsere Zeit suchen, lohnt es sich sehr, bei Edith Stein nachzufragen und genau hinzuhören, was sie uns zu sagen hat.


Mehr zum Thema:

Manfred Deselaers: Edith Stein – Die Botschaft vom Kreuz und Auschwitz

Veröffentlicht von der Edith Stein Gesellschaft, Speyer 2002. 2019 durchgesehen, Quellenangaben durch ESGA ergänzt.

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  • Edith Stein -> Gedenkorte -> Auschwitz (Oświęcim) 

Der Zug, der am 7. August 1942 in Westerbork abfuhr, kam am 8.8. im Konzentrationslager Auschwitz an. Hier gibt es keine spezifischen Informationen über Edith Stein oder ihre Schwester Rosa mehr. Von diesem Transport sind 315 Männer und 149 Frauen selektiert worden, um als Häftlinge im Lager Sklavenarbeit zu leisten. Sie wurden registriert und bekamen die Nummern 57405-57719 bzw. 15812-15960. Edith und Rosa Stein waren nicht dabei. Sie wurden mit den übrigen 521 Gefangenen zu den Gaskammern gebracht. Damals, im Sommer 1942, waren das zwei umgebaute Bauernhäuser, ein weiß getünchtes, das sog. „Weiße Haus“ oder Bunker II, und ein nicht getünchtes sog. „Rotes Haus“, Bunker I. (Die großen Menschenmassenvernichtungsfabriken wurden erst 1943 fertig.) Wahrscheinlich am 9. August 1942 wurden sie vergast und dann ihre Leichen in großen Gruben verbrannt.

Die verbliebenen Fundamente des sog. “Weißen Hauses”, dem mutmaßlichen Todesort von Edith und Rosa Stein.
Die Wagen stehen heute an der Stelle, wo 1942 die Transportzüge ankamen. Von dort war es ca. 45 Minuten Fußweg zum “Weißen Haus”.

Staatliche Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau 

http://www.auschwitz.org

Karmel von der Gemeinschaft der Heiligen

http://www.karmeloswiecim.opw.pl

Zentrum für Dialog und Gebet (Gästehaus)

http://www.cdim.pl