Bad Bergzabern

Besuch bei Hedwig Conrad-Martius

In Bergzabern ist Edith Stein im Sommer1921 zu Besuch bei Hedwig Conrad-Martius, einer Schülerin Husserls, die sie in Göttingen kennengelernt hatte und mit der sie sich gut verstand. Sie liebt den geistigen Austausch mit der Freundin, hilft aber auch gerne in deren Obstplantage aus. In ihrer Suche nach dem wahren Glauben besucht sie in Bergzabern sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche. Während dieses Aufenthaltes  liest sie das „Leben der hl. Teresa von Ávila, von ihr selbst erzählt“. Später bemerkt sie dazu, dass die Lektüre dieses Buches ihrem „langen Suchen nach dem wahren Glauben ein Ende gemacht hatte“ (ESGA 1, 350). Sie sucht den Bergzaberner Pfarrer Eugen Breitling auf, weil sie sich in der katholischen Kirche taufen lassen will. Am 1. Januar 1922 wird sie von ihm auf die Taufnamen Edith Theresia Hedwig getauft, am folgenden Tag empfängt sie ihre erste hl. Kommunion. Taufpatin ist Hedwig Conrad-Martius, deren religiöse Suche sie in die evangelische Kirche geführt hatte.

Pfarrkirche St. Martin

In der Pfarrkirche St. Martin wird heute das Buch, das sie damals gelesen hatte, aufbewahrt. Sie hatte es sich in Göttingen aus der Privat-Bibliothek von Anne Reinach herausgesucht. Dass sie es in einer einzigen Nacht durchgelesen habe, wie ihre erste Biographin Renata Posselt schrieb, ist nicht möglich, sondern darf als euphemistische Übertreibung gelten. Auf der ersten Innenseite findet sich der handschriftliche Eintrag von Hedwig Conrad-Martius „Bergzabern, Sommer 1921“.

Theodor Conrad und Hedwig Conrad-Martius

Die Obstplantage von Theodor Conrad und Hedwig Conrad-Martius war auch in späteren Jahren Begegnungsort des Phänomenologen-Kreises aus Göttingen („Das Phänomenologenheim“), Edith Stein kam von Speyer aus immer wieder einmal dazu.

Kath. Pfarrei hl. Edith Stein

Die Pfarrgemeinde, heute „Kath. Pfarrei hl. Edith Stein“, wahrt ihr Andenken und lädt zur Begegnung mit ihr ein. Im Gedenken an Edith Stein hat Bischof Dr. Anton Schlembach die Kirche zur Tauferinnerungskirche des Bistums Speyer erklärt.

https://www.edith-stein-taufkirche.de

Auf dem Ludwigsplatz vor der Kirche erinnert seit 2013 ein Denkmal, gestaltet vom Künstler Daniel Moritz Lehr, an Edith Stein.                                                                                                                                                                                                                                                         


Literatur:

Andreas Uwe Müller/Maria Amata Neyer:
Edith Stein –  das Leben einer ungewöhnlichen Frau,
Benzinger Verlag Zürich und Düsseldorf 1998
Feldes, Joachim, Das Phänomenologenheim, Nordhausen 2015

 

 

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