Mährisch-Weißkirchen / Hranice

HRANICE / MÄHRISCH-WEISSKIRCHEN (TSCHECHIEN)

In der Biografie „Aus dem Leben einer jüdischen Familie“ berichtet Edith Stein auf 41 Seiten über ihre Tätigkeit als Deutsche-Rote-Kreuz-Schwesternhelferin vom 7. April bis November 1915 im Seuchenlazarett von Mährisch-Weisskir­chen, dem heutigen Hranice (ESGA 1, 262-303). Das Lazarett mit 4000 Betten bestand aus Baracken auf dem Gelände der Kadettenanstalt. Das Museum von Hranice erinnert auf seiner Homepage an Edith Stein, hat jedoch keine Exponate zu ihrem Leben und Wirken dort.

Edith Stein erfährt in Hranice ihre erste Begegnung mit dem sinnlosen Leiden der Verwundeten; sie erlebt zum ersten Mal das Sterben eines Menschen. Der Gesamteindruck ist für ihr späteres Leben prägend.

Edith Stein fuhr damals mit dem Zug die Strecke Oderberg-Wien, um nach Mährisch-Weisskirchen, dem heutigen Hranice, zu kommen. Mit dem Auto erreicht man Hranice von Prag aus über die E 65 Brno (Brünn), E 462 Olomouc (Olmütz). Von Breslau empfiehlt sich die Anfahrt über Oppeln und Ostrau. Auschwitz ist von hier aus über Bulsko und einer Distanz von circa 120 km zu erreichen.

Msgr. Wolfram Krusenotto (ergänzt durch Beate Beckmann-Zöller, 2020)