Wie es zur Gründung der Edith-Stein-Gesellschaft kam

Wie es zur Gründung der Edith-Stein-Gesellschaft kam

P. Dr. Ulrich Dobhan OCD

Bemühungen um eine möglichst vollständige Erforschung und Verbreitung des Lebenswerkes Edith Steins gibt es schon seit vielen Jahren, wie die Herausgabe vieler Schriften von ihr und über sie, sowie der Aufbau eines wissenschaftlichen Archivs durch den Orden der Unbeschuhten Karmeliten (Teresianischer Karmel), dessen Mitglied sie war, beweisen. Konkretisiert haben sich diese Pläne einerseits durch den Freundeskreis des Kölner Karmel, wo im Januar 1992 erste Besprechungen zur Gründung eines „Edith-Stein-Forums“ stattfanden, andererseits durch die Initiative von Bischof Dr. Anton Schlembach, der beim Katholikentag in Karlsruhe die Gründung einer deutschen Edith-Stein-Gesellschaft angeregt hatte. Mit diesem Vorschlag wusste sich der Bischof von Speyer eines Sinnes mit Papst Johannes Paul II., der bei sei­nem Besuch in Speyer am 4. Mai 1987 – wenige Tage nach der Seligsprechung Edith Steins am 1. Mai in Köln – dazu aufgefordert hat: „Seid treue Hüter der Botschaft und des Lebenszeugnisses von Edith Stein.“

Nachdem Bischof Schlembach beim Katholikentag in Karls­ruhe die 1989 entstandene Edith-Stein-Gesellschaft Breslau kennengelernt hatte, trat im Herbst des Jahres 1992 im Bis­tum Speyer ein kleiner Personenkreis zusammen, um erste Überlegungen zur Gründung einer „Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland“ zusammenzutragen. Die Initiative dazu war von der Redaktion der Speyerer Kirchenzeitung „Der Pilger“ ausgegangen. Eine solche Gesellschaft könne helfen, wie Bischof Schlembach sagte, „eine wirklich große Frau unseres Jahrhunderts in den Blick zu rücken und ihr vielfältiges Erbe für die Menschen fruchtbar zu machen“.

Der Speyerer Initiativkreis fand sehr schnell die Mitarbeit vieler Freunde Edith Steins aus anderen Diözesen und Städ­ten, darunter auch der Kölner Karmel, der schon seit Beginn der 60er Jahre jährlich an vier- bis fünftausend Interessenten seinen Jahresrundbrief verschickte. Dieser Gründungskreis diskutierte die Satzung der zukünftigen Gesellschaft, umschrieb die Arbeitsfelder und bereitete die Gründungsversammlung vor.

Dem Gründungskreis gehörten an:Schwester Maria Amata Neyer vom Karmel in Köln, Schwester Adele Hermann und Schwester Marie-Thérèse Konieczna vom Kloster St. Mag­dalena in Speyer, Nelly Friedrich (Essen) und Doris Neugart (Germersheim) vom Verein katholischer deutscher Lehrerin­nen, Elisabeth Prégardier (Oberhausen), Gisela Ruppel (Mai­kummer), Lucia Walter (Neustadt) und Margarete Bauer (Deidesheim) vom Katholischen Deutschen Frauenbund, Dr. Marianne Zingel vorn Edith-Stein-Kreis Göttingen, Matthias Böckel (Klingenmünster), Prälat Wolfram Krusenotto (Mors­bach), Lothar Paulus (Bad Bergzabern), Thomas Plöger (Annweiler), Klaus Haarlammert und Norbert Rönn von der Redaktion der Speyerer Kirchenzeitung „Der Pilger“. Die unmittelbare Vorbereitung der Gründungsversammlung hat aufgrund der Beauftragung durch Bischof Schlembach Man­fred Monzel geleistet – dank tatkräftiger Unterstützung durch die Schwestern des Klosters St. Magdalena.

Am 30. April 1994 wurde dann in Speyer, im Kloster St. Magdalena, die deutsche Edith-Stein-Gesellschaft gegründet. Bis zum Gründungstag hatten bereits viele Interessenten aus dem In- und Ausland ihre Mitgliedschaft erklärt. Unter den Gästen der Gründungsversammlung waren unter anderem ein Großneffe von Edith Stein sowie ein Augenzeuge ihrer Ver­haftung am 2. August 1942 im niederländischen Echt. Mit viel Beifall von den mehr als hundert Gründungsmitgliedern begrüßt wurde Dr. Marian Łukaszewicz, Präsident der Edith­Stein-Gesellschaft Breslau.

An die Spitze der Gesellschaft wählte die Gründungsver­sammlung Dr. Ursula Hansen (Prüm), Präsidentin des Katho­lischen Deutschen Frauenbundes und bis 1990 Familien- und Sozialministerin von Rheinland-Pfalz. Vizepräsidentin wurde Professor Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Religionsphilo­sophin an der Technischen Universität Dresden. In den Vor­stand gewählt wurden weiterhin Dr. Marianne Zingel, Leite­rin des Edith-Stein-Kreises in Göttingen, Schwester Marie­-Thérèse Konieczna vom Kloster St. Magdalena in Speyer, Professor Dr. Dr. José Sánchez de Murillo (München), Kar­melit und Herausgeber des „Edith-Stein-Jahrbuches“, P. Dr. Ulrich Dobhan, Prior des Karmelitenklosters in Würzburg und langjähriger Provinzial des Teresianischen Karmel in Deutschland, sowie Manfred Monzel vom Bischöflichen Ordinariat Speyer als Geschäftsführer der Edith-Stein­-Gesellschaft.

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